Eine Begegnung

Nie war ich verliebter gewesen. Und ängstlicher. Und sicherer. Die letzten Monate habe ich mich super mit der Arbeit ablenken können. Die Hochzeits-Wochenenden kamen, die Brautpaare lachten, ich tanzte und konzentrierte mich auf die Fotografie. Auf das Aufnehmen schöner Augenblicke. Unter der Woche fand ich mich in der Bearbeitung der vielen Momente wieder. Und ich lief. Ich lief, weil ich das große Ziel hatte, einen Halbmarathon zu schaffen. Die Wochen vergingen. Zwischendurch eine Tasse Tee, ein Stückchen Kuchen, ein kleines Abenteuer. Ich sah mich von schönen Dingen umgeben und ruhte in mir, denn nie zuvor war ich entspannter, selbstsicherer und fröhlicher gewesen.

Dann fielen die Blätter, es wurde draußen kühler und plötzlich roch es nach Winter. Wir zündeten Kerzen an, die nach Vanille rochen und beim Spazierengehen sahen wir uns von dicken Schals und in der Luft flirrenden Schneeflöckchen umgeben. Der Tag kam und ich lief. Ich siegte. Ich atmete auf. Ich hatte die Ruhe, mir bewusst zu werden was als nächstes anstand. Welches große Projekt wir als nächstes angehen würden. Worauf würden wir nun hin trainieren?

Wir schmunzelten. Wir packten Stift und Zettel aus und fingen an unsere Gedanken zu sortieren. Pläne zu schmieden für diesen einen Tag. Neben uns Katzenschnurren. Wir lachten und zwischendurch weinten wir. Und dann lachten wir wieder und wurden uns bewusst, was da Großes anstand. Wir sahen uns an und wussten was wir wollten. Zusammensein. Liebe. Für immer. Nie war ich verliebter gewesen. Und ängstlicher. Und sicherer. Nie hatte ich etwas mehr gewollt.

 

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